Einloggen
|
|
|
|
Moin, im Bereich „Neues aus Wissenschaft und Forschung“ möchte ich euch in unregelmäßigen Abständen beschreiben was den so alles getan wird, um unseren guten Kumpel den Darm zum Schweigen zu bringen… Ich versuche möglichst neue aber auch alte Forschungsergebnisse und ähnliche Informationen verständlich aufzuarbeiten, um diese hier zu präsentieren. Solltet ihr spezielle Fragen haben oder ein besonderes Interesse zu einem Thema schreibt mich bitte an!!
50TheHook
23.11.2011
Durchbruch für Regenerative Medizin - Forscher züchten erstmals Dickdarm-Stammzellen
Neue Zellen für unseren defekten Darm? Immer her damit!
Ein Team von Wissenschaftlern hat spezielle Zellen im Darm gefunden, welche in der Lage sind neue Darmzellen zu bilden. Im Grunde läuft es so ab, dass sich die Darmzellen ca. einmal die Woche erneuern und die alten Zellen wie Hautschuppen abgestoßen werden. Diese regenerativen Zellen nennt man adulte intestinale (Darm)-Stammzellen, sie sind in der Lage sich in Darmzellen zu entwickeln. Sie sind nicht mit embryonalen Stammzellen zu verwechseln, die sich quasi in jede Zelle eines Körpers wandeln können und ethisch noch stark diskutiert werden. Natürlich ist es Zukunftsmusik, wenn man davon spricht, neue Organe zu „züchten“. Jedoch ist es bereits möglich einfache Haut nach z.B. schweren Verbrennungen auf der Verletzung wachsen zu lassen. So in etwa könnte man es sich auch vorstellen Darmzellen auf dem defekten Darmgewebe anzusiedeln, um neues und gesundes Gewebe zu schaffen. Hierzu ist es zunächst nötig die intestinalen Stammzellen zu finden und zu isolieren. Die Darmstammzellen können bereits auf bestimmten Nährmedien im Labor über mehrere Wochen am leben und wachsen gehalten werden. Allerdings ist es noch ein wirklich langer Weg für die regenerative Medizin Erkrankungen wie CU oder MC mit einer solchen Methode zu behandeln. Aber wie wir ja wissen stirbt die Hoffnung immer noch zuletzt!
Euer, 50TheHook
Quellen: http://www.nature.com/nm/journal/v17/n10/full/nm.2470.html http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,784596,00.html
6.12.2011 Schwäche in der Abwehr: Neue Erkenntnisse zur Ursache von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Wie oben betitelt, gab es vor Kurzem einen Artikel auf der Seite der DCCV. Im Grunde geht es darum, dass es neue Hinweise bezüglich der Ursache unserer Erkrankung gibt. Es wird mittlerweile angenommen, dass es sich um eine mukosale Barrierestörung und nicht um eine autoimmune Erkrankung handelt. Bislang ist man davon ausgegangen, dass es sich bei der CED um eine autoimmune Erkrankung handelt. Das bedeutet, das sich unser eigenes Immunsystem gegen unsere eigenen Zellen richtet, weil es „denkt“ fremdes Material gefunden zu haben welches beseitigt werden muss. Als würden wir von z.B. Bakterien infiziert sein, die das Immunsystem schnellst möglich platt machen will. Und unser Immunabwehr ist `ne echt effektive „Waffe“! Neuste Erkenntnisse weisen jedoch darauf hin, dass es sich um eine mukosale Barrierestörung des Darms handelt. Diese führt wiederum zu einer überschießenden Reaktion des Immunsystems, gegen eigentlich „harmlose“ Bakterien die aufgrund der Barrierestörung in die Mukosa eindringen. Nun im Klartext: Mukosale Barrierestörung bedeutet, dass die Schleimschicht bzw. die äußeren Zellen des Darms (Mukosa) geschädigt sind. Es fehlen Komponenten die zur optimalen Funktion, wie z.B. dem Schutz vor eindringenden Bakterien oder Toxinen in die Mukosa, vorhanden sein müssen. Ist es Bakterien nun möglich in die Mukosa einzudringen, versucht unser Immunsystem diese zu bekämpfen, weil sie dort nicht hingehören. Somit kommt es zu einer überschießenden Reaktion des Immunsystem, welche mit Medikamenten wie Azathioprin, Kortison oder Biologika wieder reduziert wird. Aktuell wird z.Zt. an der Stärkung der Darmbarriere geforscht. Erst Erfolge erzielte die Arbeitsgruppe um Prof. Wolfgang Stremmel aus Heidelberg. Sie haben festgestellt, dass die Mukosa der CED-Patienten (anscheinend vor allem CU) das Lipid (wasserunlöslicher Bestandteil der Zellmembran) Phosphatidylcholin (PC) in zu geringen Mengen enthält. PC ist kein besonders seltenes Lipid und wird für gewöhnlich mit der Nahrung aufgenommen. Allerdings wird es bereits im Dünndarm resorbiert (aufgenommen) und gelangt gar nicht erst bis in den Dickdarm, sodass es nicht möglich ist, die Mukosa durch einfache Nahrungsergänzungsmittel wie z.B. Lecithin (reich an PC) zu stärken. Es wurde allerdings bereits ein Präparat entwickelt, welches die Dünndarmpassage übersteht, wobei das PC erst im Dickdarm freigesetzt wird und somit zur Stärkung der Mukosa beiträgt. Dieses Präparat ist noch in der klinischen Phase d.h., es wird noch genauestens auf Wirksamkeit, Verträglichkeit und Dosierung untersucht.
Übersicht über abgeschlossene und geplante Studien: (Stand 01/2011) (http://www.klinikum.uni-heidelberg.de)
Abgeschlossen:
In Planung: - Zulassungsstudien mit LT-02 - Ausserdem: Kinderstudie
Wenn diese Barrierestörung wirklich das grundlegende Problem unseres Problems ist und PC die Lösung, hätten wir bald sicherlich nen Problem weniger :-).
Schöne Feiertage,
50TheHook
Quellen:
http://vitanet.docmed.tv/index.php?id=564#c4623
http://lipid-therapeutics.com/index.html
|



